Es wird schon fast zur Gewissheit, dass die Partie der Piraten gegen den VfB Friedrichshafen zum Saisonhöhepunkt in der Jahrhunderthalle wird, unabhängig davon, wie groß der individuelle Klassenunterscheid auch ist oder wie sich der aktuelle Tabellenstand beider Teams darstellt. Und auch diesmal entwickelte sich das Match schlichtweg zu einem offenen Schlagabtausch zwischen dem Tabellenneunten und dem Klassenprimus. Am Ende setzte sich der Favorit dann doch noch im Tie-Break mit 3:2 durch, doch Fans und die Piratencrew selbst können mit Recht stolz auf diese Leistung und einen Auftakt nach Maß zum Saisonendspurt sein.

Gleich die erste Aktion des Spiels – ein mehr als robuster Doppelblock von Jairo Hooi und Tomás Halanda gegen den Hafener Diagonalangreifer – ließ erahnen, wohin die Reise an diesem Abend gehen sollte. Siebzehn weitere Blockerfolge sollten für die Piraten am Ende zu Buche stehen und waren Beweis dafür, wie schwer es dem Gegner gemacht werden kann, einfache Punkte zu erzielen. Darüber hinaus forderten die aggressiv agierenden Angreifer der Piraten die Verteidiger der Truppe vom Bodensee zu Höchstleistungen. Doch die Abwehr des Rekordmeisters verdient natürlich höchstes Lob und entschärfte viele Bälle der Piraten, was vor allem im ersten Satz Garant für das letztlich deutliche 16:25 Zwischenresultat war.

In Runde zwei legten die Piraten dann noch einen weiteren Trumpf in die Waagschale. Mit einer gesunden Portion Herzblut, einem stetig wachsenden Selbstbewusstsein und der Gewissheit, dass die Annahme dem Aufschlagsdruck der Häfler einigermaßen standhalten kann, liefen die Angreifer an diesem Abend zu Höchstform auf. Vor allem konnten die Außen diesmal davon profitieren, dass die Mittelleute das ein- oder andere Loch in den Gästeblock reißen konnten. Geschickt verteilte der zum MVP des Abends gewählte Piratenzuspieler, Filip Palgut, die Bälle und organisierte quasi den mehr als verdienten Satzausgleich. Spätestens jetzt spürten die Zuschauer in der Halle die Chance für die Piraten, erneut eine Überraschung zu schaffen und halfen lautstark mit, den „Hattrick“ zu verwirklichen, denn in den beiden vergangenen Spielzeiten gingen die Piraten jeweils als Sieger vom Platz. Selbst die vermeidbare Satzniederlage in Durchgang drei ließ den Stimmungspegel in der Halle nicht sinken. Und die Fans wurden für ihr Engagement mehr als entschädigt.   

Verbissen kämpften die Piraten um jeden Ball, boten der Truppe von Stelian Moculescu einen offenen Schlagabtausch und zeigte erstmals nachhaltig, dass es durchaus möglich ist, einen zwei oder drei Punktevorsprung bis zum Satzende zu verteidigen, unabhängig davon, welches Team auf der anderen Netzseite agiert – Satzausgleich zum 2:2. Dass sich dann im entscheidenden fünften Satz kleine Unkonzentriertheiten auf Spergauer Seite einschlichen und letztlich Einzelaktionen der Häfler die Entscheidung zu Gunsten der Gäste herbeiführten, konnte den überraschend starken und emotionalen Auftritt der Piraten nicht mehr schmälern. Der Auftakt zu einem furiosen Saisonfinale ist also gemacht und am Samstag steht mit evivo Düren erneut eine lohnende Aufgabe bereit.