Kein Zweifel – diese Historie ist eine Erfolgsgeschichte! Im Jahr 2000 hieß die sportliche Realität in Spergau Landesoberliga. Als der VC Bad Dürrenberg/Spergau im März gegründet wurde, war also noch nicht viel zu sehen von einem gestandenen Bundesligisten. Die Gründungsväter um Peter Kurzawa und Dr. Anton Brenner aber hatten diese Vision und sie hielten daran fest. In fünf Jahren - so war der Plan - soll es die Bundesliga sein!

Und so beginnt es – das Jahrzehnt des Aufstiegs! Natürlich nicht unaufhaltsam und auch nicht ohne Rückschläge, am Ende aber wird aus der Vision tatsächlich Wirklichkeit. Von 2002 bis 2004 verbringt der VC seine Zeit in der Regionalliga NordOst. Spieler wie Lars Schneider, Knut Schleicher, Daniel Lang oder Rick Wiedersberg stoßen zum Club, bringen sportliche Qualität und Herzblut mit. Schon hier zeigt sich deutlich. Volleyball und die Region - das passt! Der VC ist bereits in der 3. Liga Zuschauerkrösus, begrüßt im Schnitt 500 Zuschauer zu seinen Regionalligapartien.

Unter Trainer Hansi Kreft gelingt dann 2004 der Aufstieg in die 2. Bundesliga beim Relegationsturnier in Warnemünde. Das Team übernachtet während dieser Zeit im Jugendgästeschiff MS Georg Büchner, in viel zu kurzen, 1,90m langen Doppelstockbetten. Eine Geschichte mit Potential zur Legende. Dennoch – das Ziel wird erreicht. Der noch kleine, junge VC zählt damit bereits zu den besten 30 Volleyballclubs der Republik.

Das aber reicht den Verantwortlichen nicht. Schoppenhauer nämlich sagt: „ Das Wesen des Lebens liegt in der Bewegung.“ Und weil sich nach oben bewegen einfach mehr Spaß macht wurde die Erstklassigkeit zur neuen Vision. Der Russe Viktor Borchtch wird neuer Cheftrainer und hält im ersten Jahr mit altem Personal die Klasse. In der Saison 2005/06 ist es fast soweit – erst in der Relegation scheitern die Piraten beim Versuch in die 1. Liga aufzusteigen. Dramatisch mit 2:3 gegen Delitzsch. In dieser Saison aber beginnt eine unheimliche, legendäre Heimserie – der VC verliert über zwei Spielzeiten keine Partie in der Festung Jahrhunderthalle Spergau, die seit Gründung Heimstätte des Clubs ist. Dank dieser Serie gelingt 2007 dem Team um Haroldas Cyvas, Peter Mayer, Enrico Ehrhardt und Simon Kronseder der souveräne Aufstieg ins Oberhaus.

Im ersten erstklassigen Jahr steht unter der Regie von Coach Michael Merten der Klassenerhalt, im zweiten sogar die PlayOffTeilnahme, mittlerweile ist Ex-Spieler Lars Schneider Chefcoach der Piraten.

 Anno 2010 müssen die Piraten viele Klippen umschiffen. Schwere Verletzungen schütteln den Kader gewaltig durcheinander, berufs- bzw. krankheitsbedingte Trainerwechsel machen die Aufgaben in der 1. Liga nicht leichter und dennoch wird mit dem Klassenerhalt das letzte Kapitel des VC Bad Dürrenberg/Spergau erfolgreich zu Ende geschrieben.

Unmittelbar vor der Saison 2010/11 nämlich beginnt die Geschichte des Chemie – Volley Mitteldeutschland.

Ausblick

Die neue Saison beginnt und wieder musste viel gearbeitet werden um eine konkurrenzfähige spielstarke Mannschaft zusammenzustellen. Die Clubs der Volleyballbundesliga haben in diesem Jahr schwer aufgerüstet. Teams wie die RWE Volleys Bottrop, EnBW Rottenburg, TV Bühl oder auch der Aufsteiger VC Gotha, haben mit Hilfe ihrer finanzstarken Partner jede Menge sportliche Qualität verpflichtet und weiter an ihrer Infrastruktur gearbeitet. Um in diesem Konkurrenzkampf bestehen zu können geht man auch in Spergau neue Wege. Der Verein wird ab dieser Saison unter dem Namen Chemie-Volley Mitteldeutschland an den Start gehen. Ziel dieser Namensänderung ist es, die Nähe und Verbundenheit zur Chemieregion Leuna deutlicher zu dokumentieren und damit auch ein breiteres Spektrum an möglichen Sponsoren und Unterstützern anzusprechen. Die Chemie-Volleys gehen 2010/11 in ihre vierte Erstligasaison – längst hat sich der Club in der deutschen Eliteliga etabliert.

Das aber genügt nicht. Die Philosophie der vergangenen 10 Jahre war es, sich ständig neue Ziele zu setzen. Daran hat sich nichts geändert. Die Namensänderung und die damit verbundenen Ideen tragen dem Rechnung. Jetzt muss es darum gehen den Fans und Unterstützern konstant packende Play – Off - Partien im Oberhaus zu bieten, in der Festung Jahrhunderthalle regelmäßig Favoriten zu ärgern und zu stürzen und der Region damit sportliche Highlights und Events zu bieten.

Das kann nur funktionieren wenn der Verein so breit wie möglich aufgestellt ist, sich in allen Bereichen professionell weiterentwickelt und weiterhin die Unterstützung der Region erhält.